Immer mehr Bauern stellen auf Bio um

Mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung Kempten
Von Michael Munkler, 03.02.2010, Allgäu Rundschau

Landwirtschaft – Die meisten Öko-Betriebe gibt es in den Landkreisen Oberallgäu und Lindau -
Neuer Einkaufsführer vorgestellt

Die Zahl der landwirtschaftlichen Biobetriebe im Allgäu ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Am weitesten verbreitet ist der Ökolandbau inzwischen in den Landkreisen Oberallgäu und Lindau, wo die Biobetriebe einen Anteil von über elf Prozent ausmachen.

Zum Vergleich: Im nordschwäbischen Dillingen beträgt der Anteil der Biobetriebe gerade einmal zwei Prozent. Hintergrund: Für konventionelle Grünlandbetriebe ist die Umstellung auf Bio weniger aufwendig als für Ackerbau-Betriebe, wie es sie vor allem in Nord- und Mittelschwaben sowie im Unterallgäu gibt.

Foto v. l. Monika Leiner, Richard Anlauf, Kathi Moll, Klaus Hochholzer, dahinter Jochen Koller, Christine Räder, Staatssekretär Dr. Gerd Müller, Franz Högg, Susanne und Walter Schwärzler


Faire Preise gefordert

Bei der Vorstellung des neuen Bio-Einkaufsführers für das Allgäu meinte gestern Bundeslandwirtschafts-Staatssekretär Dr. Gerd Müller, die gesamte Bioschiene habe noch „große Entwicklungsmöglichkeiten”. Er rief dazu auf, sich der Bedeutung gesunder Lebensmittel wieder stärker bewusst zu werden: „Eine gesunde Ernährung ist Grundlage für ein gesundes Leben.” Diese Grundeinsicht müsse in Familien und Schulen getragen werden. Müller regte zudem an, in jeder Schule solle ein Schulgarten eingerichtet werden, „damit Kinder, Lehrer und Eltern sehen, was die Natur alles liefert”.

Heute gebe es Kinder, die hätten sich so weit von der Natur entfernt und meinten, Kartoffeln wachsen auf Bäumen. Zudem empfahl der Staatssekretär, im Sinne des Klimaschutzes regionale Produkte zu bevorzugen. Beispielsweis müsse bei Bioprodukten aus Südamerika oder China die Nachhatligkeit schon in Frage gestellt werden (siehe auch Seite 1).

„Bessere CO2-Bilanz”

Die ökologische Landwirtschaft habe eine wesentlich bessere CO2-Bilanz, da sie keine energieaufwendig hergestellten Dünger und Pestizide einsetze und keine importierten Futtermittel verwendet werden, betonte Bioring-Geschäftsfühererin Christine Räder. Der Bioring Allgäu war 1987 gegründet worden, um den ökologischen Anbau zu fördern und ein Bio-Netzwerk zu schaffen. Während damals fast nur direkt bei Bauern Bio-Produkte zu haben waren, gibt es sie inzwischen fast überall – sogar im Supermarkt.

„Das ist auch gut so”, sagte Räder, schränkte aber zugleich ein: „Die beste Qualität und Frische haben Produkte von vor Ort.”

Kleiner geworden ist laut Räder die Zahl der Betriebe, die ihre Waren ab Hof verkaufen. Demgegenüber sei bei den vorhandenen Hofläden und Naturkostgeschäfte ein Trend zu größeren Betrieben zu beobachten. Zuwächse habe es bei Bio-Gärtnereien und Käsereien gegeben. Deutlich angestiegen sei zudem die Zahl der Anbieter von Ferien auf dem Bio-Bauernhof. Davon gibt es inzwischen 123 Anbieter in der Region.